Katholische Kirche

Pfarrkirche St. Jakobus

Auf der Route der Jakobspilger

 

Die wechselvolle Geschichte der Stadt Germersheim zeigt sich auch und besonders in der katholischen Pfarrkirche St. Jakobus. Viele unterschiedliche Baustile vereinen sich hier. Ursprünglich handelte es sich bei der Kirche um eine Bettelordenskirche. Der Chor wurde höchstwahrscheinlich zwischen 1325 und 1330 errichtet und ist damit einer der letzten noch erhaltenen gotischen Chorräume in der Pfalz.

Hinter dem Hochaltar befinden sich drei spitzbogige Fenster mit Maßwerk und farbenprächtiger Kunstverglasung. Das jeweils an den Seitenwänden stehende Chorgestühl soll an die einstige Bestimmung als Klosterkirche erinnern. Der neugotisch gestaltete Hochaltar in Form eines mittelalterlichen Flügelaltares ist kunstvoll aus Holz gefertigt. Beides wurde von dem Bildhauer Gottfried Renn um 1867 geschaffen.

Rechts neben dem Hochaltar befindet sich in einer kleinen Nische ein Reliquiar mit einem Knochensplitter des heiligen Jakobus (des Älteren), des Schutzpatrons der Kirche. Malerisch ausgestaltet ist der Chorraum an der rechten Wand mit zwei von den Brüdern Rudolf und Matthias Schiestl geschaffenen großen Fresken, die einmal die Legende „Rudolph von Habsburg und der Priester“ sowie die „Übertragung der Seelsorge an die Serviten“ zeigen.

An der linken Wand befindet sich eine große Holzstatue des heiligen Jakobus; sie war ein Geschenk von Bischof Friedrich Wetter (dem späteren Erzbischof von München und Freising) zur abgeschlossenen Kirchenrenovierung Ende der 70’er Jahre. Der Chorbogen wurde ebenfalls von den Schiestl-Brüdern bemalt und stellt Jesus im himmlischen Jerusalem umgeben von Engeln und Heiligen dar. Der Legende nach, standen für die Figuren Germersheimer Bürger Modell.

Das anschließende Langhaus in der jetzigen Form vereint ebenfalls mehrere Baustile in sich. Es beherbergt in den Seitenschiffen mehrere Beichtstühle, Statuen und den Taufstein, von dem angenommen wird, dass hier der selige Paul Josef Nardini 1821 getauft wurde.

Der Turm erlebte wohl die wechselvollste Geschichte. 1460 wurde der erste steinerne Turm errichtet, der aber zusammen mit einem Großteil der Kirche und der gesamten Stadt durch die Franzosen im Jahr 1674 niedergebrannt wurde. Der heutige steinerne Turm von rund 47 Metern Höhe wurde zwischen 1861 und 1863 erbaut. Dabei wurde auch das Langhaus deutlich erweitert. Bereits im Mittelalter wird für Germersheim das Patrozinium "Jakobus der Ältere" bezeugt. Die Pfarrkirche lag dem zur Folge von jeher auf der Route der Jakobspilger. Eine ehemalige Franziskanergruft wurde bei der letzten großen Kirchenrenovierung zufällig wiederentdeckt. Als Krypta (Unterkirche) ist sie etwas Besonderes in der Region und wird heute besonders für Kleingruppen-Gottesdienste und besondere Gebetszeiten genutzt.

Pfarrkirche St. Jakobus
Klosterstraße 13
Internet: www.kath-pfarrei-germersheim.de/


 
 
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